Raum der Stille
Treten Sie durch eine unscheinbare Tür im Brandenburger Tor selbst, und der Lärm des Pariser Platzes verschwindet vollständig.
Versteckt im nördlichen Torhaus des Brandenburger Tors, direkt am Pariser Platz, ist der Raum der Stille ein 30 Quadratmeter großer Raum, der für genau eine Sache geschaffen wurde: Stille. Im einen Moment sind Sie von Reisegruppen und Straßenkünstlern an einem der belebtesten Wahrzeichen Berlins umgeben; im nächsten stehen Sie in einem ruhigen, gedämpft beleuchteten Raum, an dessen Wand nichts als ein gewebter Wandteppich hängt — "Licht, das die Dunkelheit durchdringt".
Die Idee geht zurück auf einen 1957 im UN-Hauptquartier in New York eingerichteten Meditationsraum für den damaligen Generalsekretär Dag Hammarskjöld, bewusst frei von jeglicher religiöser Symbolik. Eine West-Berliner Initiative griff das Konzept nach der Wiedervereinigung wieder auf, und dieser Raum wurde am 27. Oktober 1994 eröffnet — gewählt, weil er so nah wie möglich an der einstigen Berliner Mauer liegt.
Er steht wirklich jedem offen, aus jedem Grund: zum Beten, Meditieren, Trauern oder einfach zum Hinsetzen. Über 100 Menschen nutzen ihn täglich, aus allen Herkünften und Glaubensrichtungen.
Warum es ein Geheimtipp ist
Der Eingang ist eine einzige unbeschilderte Tür in der Wand des Torhauses — täglich fotografieren Tausende das Brandenburger Tor vom Pariser Platz aus, ohne sie je zu bemerken.
Anfahrt
Zugang über die Tür im nördlichen Torhaus des Brandenburger Tors, direkt am Pariser Platz. Nächste Stationen: Brandenburger Tor (S-Bahn/U-Bahn).