Friedhof der Namenlosen
Eine einzigartige Begräbnisstätte für unbekannte Tote, die einst von der Donau angeschwemmt wurden, versteckt hinter einem Uferdamm.
Zwischen 1840 und 1940 wurden an einer Flussbiegung der Donau immer wieder die Leichen von Menschen angeschwemmt, die flussaufwärts ertrunken oder ermordet worden waren. Viele wurden nie identifiziert. Anstatt sie ohne jede Aufzeichnung zu bestatten, richtete die Stadt für sie einen eigenen Friedhof ein – die einzige Begräbnisstätte der Welt, die eigens für die Opfer eines Flusses angelegt wurde.
Der Lauf der Donau wurde inzwischen verändert, sodass hier seit der letzten Bestattung 1940 keine neuen Leichen mehr angeschwemmt wurden. Der ältere Teil, in dem zwischen 1840 und 1900 insgesamt 478 unbekannte Menschen begraben wurden, ist vollständig vom Auwald zurückerobert worden; heute markiert ihn nur noch ein einzelnes Gedenkkreuz. Der neuere Teil ist besser gepflegt, von hohen Bäumen gesäumt und von einer eigentümlichen Ruhe.
Kurzzeitig erlangte er weltweite Bekanntheit als Drehort des Films "Before Sunrise" (1995) mit Ethan Hawke und Julie Delpy – ein Detail, das den meisten Besuchern, die zufällig hierher finden, völlig unbekannt ist.
Warum es ein Geheimtipp ist
Er liegt außerhalb der Wiener Stadtgrenze beim Alberner Hafen und ist nur über einen Fußweg ab einer Bus-Endstation zu erreichen – nichts an diesem Spaziergang lässt vermuten, dass am Ende eine so besondere Sehenswürdigkeit wartet.
Anfahrt
Fahren Sie mit der Buslinie 76A oder 76B bis zur Endstation und folgen Sie dann dem beschilderten Fußweg etwa 600 Meter bis zum Friedhof, der hinter dem Hochwasserdamm verborgen liegt.